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Zu den Mausoleen auf der Rosenhöhe

In einen besonderen Genuss kamen die Freunde der Mathildenhöhe gleich zu Anfang der Saison: Nikolaus Heiss und Renate Charlotte Hoffmann, unsere stellvertretenden Vorsitzenden, führten Mitglieder des Vereins exklusiv durch die beiden Mausoleen auf der Rosenhöhe, den großherzoglichen Grabstätten der Herrscherfamilie von Hessen und bei Rhein. Eine sehr seltene Gelegenheit, denn sowohl das Alte Mausoleum wie das Neue Mausoleum sind zur Zeit für öffentliche Führungen gesperrt. Wir haben es möglich gemacht. Am 14. Februar war die erste Führung, öffneten sich die schweren Türen der klassizistischen Gebäude mit den kostbaren Sarkophagen.


Die Rosenhöhe wurde um 1817 im Auftrag von Großherzogin Wilhelmine vom Schwetzinger Gartenbaumeister Michael Zeyher im Stil eines englischen Landschaftsgartens gestaltet. Nach dem Tod ihrer geliebten Tochter Prinzessin Elisabeth ließ Wilhelmine nach den Plänen von Baumeister Georg Moller 1826 eine Grabkapelle, das Alte Mausoleum, im Stil des Klassizismus errichten. So entstand im nördlichen Teil der Rosenhöhe eine Ruhestätte für die Großherzogliche Familie. Heinrich Wagner erweiterte in den 1870er Jahren das Alte Mausoleum mit den beiden symmetrischen Seitenflügeln. 1905 bis 1910 plante Karl Hofmann im Auftrag des Großherzogs Ernst Ludwig westlich davon das Neue Mausoleum im „neoromanischen“ Stil. In dieser Grabstätte ist Großherzogin Alice gemeinsam mit ihrer Tochter Marie, ihrem Sohn Friedrich und ihrem Ehemann Großherzog Ludwig IV. beigesetzt.


Lesetipp: Verborgene Schatzkammern auf der Rosenhöhe: Wer rettet Darmstadts Mausoleen? (Darmstädter Echo, 12.2.2026)

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Führung mit der Kuratorin: Nevin Aladağ

Multimediale Raunkunst, die nachklingt | 27. November 2025 Die Mathildenhöhe war schon immer ein Ort, an dem Kunst, Design und Architektur, aber auch Musik, Tanz und Theater Zuhause war. In dieser Tradition steht ebenfalls die Ausstellung „Raise the Roof“, die noch bis zum 1. Februar 2026 Arbeiten der international renommierten Installations- und Performancekünstlerin Nevin Aladağ im zentralen Ausstellungsgebäude präsentiert.

Tradition hat mittlerweile auch, dass die Freunde der Mathildenhöhe ihre Mitglieder vor der jährlichen Hauptversammlung zu einer Führung vom Institut Mathildenhöhe Darmstadt einladen. Die stellvertretende Direktorin des Hauses, Dr. Sandra Bornemann-Quecke, war als Kuratorin der aktuellen Ausstellung die kompetente Stimme für einen Rundgang, der alle Sinne berührte. Die Ausstellungshallen – ein großer Resonanzraum. Die Idee des Gesamtkunstwerks, die so prägend ist für die Mathildenhöhe, erfährt bei „Raise the Roof“ eine zeitgenössische Interpretation. Wenn Kunst und Musik eine kreative Allianz eingehen, Klangskulpturen erlebbar werden, dann gefällt das auch sichtbar den Freunden der Mathildenhöhe.

Weitere Informationen zur Ausstellung, Künstlerin und Konzept finden sich auf der Webseite vom Institut Mathildenhöhe Darmstadt.

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Mit den Experten im Großen Haus Glückert

Entdeckungstour von der Halle bis zum Dach | 15. Oktober 2025 Zusammen mit den für die Sanierung verantwortlichen Experten haben wir die größte der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörenden Villen der Künstlerkolonie Darmstadt besichtigt: das Große Haus Glückert – von der Halle im Erdgeschoss bis ganz hinauf unter die Dachmansarde mit seinen atemberaubenden Stuckdecken, deren Restaurierung 2023 mit dem Denkmalschutzpreis des Landes Hessen ausgezeichnet wurde.

In der Halle erstmal Grundlagenarbeit für alle

Das Große Haus Glückert ist ein ausgesprochen seltener Schatz der Kunst- und Baugeschichte: Da es als einzige der Villen nicht als Wohnhaus genutzt wurde, sondern als Ausstellungshaus des Möbelfabrikanten und Hoflieferanten Julius Glückert, kann es uns heute beispielhaft die Entwicklung der Wohn- und Raumkultur zu Anfang des 20. Jahrhunderts zeigen: Über drei Etagen wurden im Großen Haus Glückert der interessierten Kundschaft regelrechte Wohnwelten präsentiert: komplett eingerichtete Räume, in denen die ganze Vielfalt moderner Inneneinrichtung erlebbar war, beispielhaft gestaltet von den leitenden Architekten der Künstlerkolonie, Joseph Maria Olbrich und Albin Müller, sowie im Dachgeschoss von Johann Christoph Gewin.

Im Dachgeschoss geht der Blick nach oben

Dr. Jennifer Verhoeven, Landesamt für Denkmalpflege und Koordinatorin der UNESCO-Welterbestätten Hessen, und Olaf Köhler, Leiter des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege in Darmstadt, teilen auf der exklusiv für unseren Verein veranstalteten Führung ihr umfangreiches Expertenwissen. Ein besonderes Highlight war die gerade fertig gestellte Rekonstruktion des Ornament-Tableaus an der Rückfront des von Albin Müller gestalteten Schlafzimmers im Obergeschoss der Villa. Sie wurde durch die finanzielle Unterstützung der Freunde der Mathildenhöhe ermöglicht.

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Sonntagsspaziergang: Schloss Heiligenberg

Vom Schloss zum Goldenen Kreuz der Großherzogin | 21.9.2026 Für die erste Veranstaltung nach der Sommerpause zog es die Freunde der Mathildenhöhe an die Bergstraße, ins idyllische Jugenheim und dessen alles überragenden Heiligenberg. Dieser ist eng verwoben mit der Geschichte der Darmstädter großherzoglichen Familie seit Wilhelmine, Großherzogin von Hessen und bei Rhein, Gattin von Ludwig II., auf diesem eine Schlossanlage mit einem prächtigen Park errichten ließ.

Nonnenkloster, Sommersitz und Stammhaus der Mountbattens

Charmant geführt von Christina Braun von der Stiftung Schloss Heiligenberg Jugenheim streiften wir während des idyllischen Sonntagsspaziergangs nicht nur durch den bezaubernden Sommersitz der Großherzogin, sondern widmeten uns der gesamten, weit zurückreichenden Geschichte des Heiligenbergs.

Durch einen bereits zu Zeiten von Wilhelmine gepflanzten Laubengang führte der Weg zunächst zur Ruine des ehemaligen Klosters und zur uralten Zentlinde. Strahlendes Ziel unserer Gruppe: das Goldene Kreuz auf dem Heiligenberg, das auf dem Lieblingsplatz der Großherzogin nach ihrem Tod 1836 von ihren sie überlebenden Kindern errichtet wurde.

Wir kamen sogar hinein in die wunderbare Gedächtniskapelle und an das Grab von Prinz Alexander von Hessen und bei Rhein, dem Stammvater der später so berühmt gewordenen deutsch-britischen Adelslinie Battenberg-Mountbatten. Auch die verwandtschaftlichen Verhältnisse zum spanischen Königshaus wie zum Zarenreich werden sachkundig erläutert.

Ein herrlicher Blick auf die Rheinebene bot sich von der großen Terrasse mit seiner historischen Balustrade unter alten Linden. Nach einem Besuch des Museums im „Russenhaus“ ging es zum Ausklang in den malerischen Innenhof zu einem köstlichen Mittagessen bei Annettes Gastronomie im Schloss.