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Mit den Experten im Großen Haus Glückert

Entdeckungstour von der Halle bis zum Dach | 15. Oktober 2025 Zusammen mit den für die Sanierung verantwortlichen Experten haben wir die größte der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörenden Villen der Künstlerkolonie Darmstadt besichtigt: das Große Haus Glückert – von der Halle im Erdgeschoss bis ganz hinauf unter die Dachmansarde mit seinen atemberaubenden Stuckdecken, deren Restaurierung 2023 mit dem Denkmalschutzpreis des Landes Hessen ausgezeichnet wurde.

In der Halle erstmal Grundlagenarbeit für alle

Das Große Haus Glückert ist ein ausgesprochen seltener Schatz der Kunst- und Baugeschichte: Da es als einzige der Villen nicht als Wohnhaus genutzt wurde, sondern als Ausstellungshaus des Möbelfabrikanten und Hoflieferanten Julius Glückert, kann es uns heute beispielhaft die Entwicklung der Wohn- und Raumkultur zu Anfang des 20. Jahrhunderts zeigen: Über drei Etagen wurden im Großen Haus Glückert der interessierten Kundschaft regelrechte Wohnwelten präsentiert: komplett eingerichtete Räume, in denen die ganze Vielfalt moderner Inneneinrichtung erlebbar war, beispielhaft gestaltet von den leitenden Architekten der Künstlerkolonie, Joseph Maria Olbrich und Albin Müller, sowie im Dachgeschoss von Johann Christoph Gewin.

Im Dachgeschoss geht der Blick nach oben

Dr. Jennifer Verhoeven, Landesamt für Denkmalpflege und Koordinatorin der UNESCO-Welterbestätten Hessen, und Olaf Köhler, Leiter des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege in Darmstadt, teilen auf der exklusiv für unseren Verein veranstalteten Führung ihr umfangreiches Expertenwissen. Ein besonderes Highlight war die gerade fertig gestellte Rekonstruktion des Ornament-Tableaus an der Rückfront des von Albin Müller gestalteten Schlafzimmers im Obergeschoss der Villa. Sie wurde durch die finanzielle Unterstützung der Freunde der Mathildenhöhe ermöglicht.

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Sonntagsspaziergang: Schloss Heiligenberg

Vom Schloss zum Goldenen Kreuz der Großherzogin | 21.9.2026 Für die erste Veranstaltung nach der Sommerpause zog es die Freunde der Mathildenhöhe an die Bergstraße, ins idyllische Jugenheim und dessen alles überragenden Heiligenberg. Dieser ist eng verwoben mit der Geschichte der Darmstädter großherzoglichen Familie seit Wilhelmine, Großherzogin von Hessen und bei Rhein, Gattin von Ludwig II., auf diesem eine Schlossanlage mit einem prächtigen Park errichten ließ.

Nonnenkloster, Sommersitz und Stammhaus der Mountbattens

Charmant geführt von Christina Braun von der Stiftung Schloss Heiligenberg Jugenheim streiften wir während des idyllischen Sonntagsspaziergangs nicht nur durch den bezaubernden Sommersitz der Großherzogin, sondern widmeten uns der gesamten, weit zurückreichenden Geschichte des Heiligenbergs.

Durch einen bereits zu Zeiten von Wilhelmine gepflanzten Laubengang führte der Weg zunächst zur Ruine des ehemaligen Klosters und zur uralten Zentlinde. Strahlendes Ziel unserer Gruppe: das Goldene Kreuz auf dem Heiligenberg, das auf dem Lieblingsplatz der Großherzogin nach ihrem Tod 1836 von ihren sie überlebenden Kindern errichtet wurde.

Wir kamen sogar hinein in die wunderbare Gedächtniskapelle und an das Grab von Prinz Alexander von Hessen und bei Rhein, dem Stammvater der später so berühmt gewordenen deutsch-britischen Adelslinie Battenberg-Mountbatten. Auch die verwandtschaftlichen Verhältnisse zum spanischen Königshaus wie zum Zarenreich werden sachkundig erläutert.

Ein herrlicher Blick auf die Rheinebene bot sich von der großen Terrasse mit seiner historischen Balustrade unter alten Linden. Nach einem Besuch des Museums im „Russenhaus“ ging es zum Ausklang in den malerischen Innenhof zu einem köstlichen Mittagessen bei Annettes Gastronomie im Schloss.