Wenn die Stadt „125 Jahre Mathildenhöhe Darmstadt“ feiert, dann darf ein Verein auf dem großen Fest nicht fehlen: die Freunde der Mathildenhöhe. Erstmals präsentierten diese sich auf ihrem neuen Lieblingsplatz auf der Terrasse oberhalb des Platanenhains. Die ummauerte Ecke war ein idealer Standort für die großen Plakattafeln des Vereins, die in Text und Bild viele Infos zum Hintergrund der Welterbeauszeichnung gaben. Die kleine Sonderausstellung unter freiem Himmel fand großen Zuspruch bei den Besuchern, lud zu manchem interessanten Gespräch ein. Mittendrin im Geschehen war der Pavillon der Freunde in diesem Jahr nicht zu übersehen.
Der UNESCO-Welterbetag, der 2026 am Sonntag, den 7. Juni, stattfand, wurde in den 55 deutschen und 7 hessischen UNESCO-Welterbestätten jeweils mit besonderen Programmpunkten zelebriert. Der Darmstädter Beitrag war zudem Teil eines langen Festwochenendes, mit dem die Stadt das 125jährige Jubiläum der 1. Ausstellung der Künstlerkolonie Darmstadt von 1901 feierte.
Bereits am Samstag, den 6. Juni, startete ein riesiges Festtagsprogramm mit Live-Musik, Sonderführungen über das Gelände sowie im Hochzeitsturm, Einlass in drei UNESCO-prämierte Künstlervillen, viel Musik und Gastronomie sowie ein bunter Kunsthandwerkermarkt im Platanenhain. Auf der „KulturKiste“ dort hatten auch die Freunde der Mathildenhöhe am Nachmittag einen kurzen Auftritt. Sehr passend, denn insbesondere der Platanenhain hat den Freunden der Mathildenhöhe viel zu verdanken. Rund 200.000 Euro hat der Verein über die Jahre aus seinen Spendengeldern eingesetzt, die ganz gezielt in die Sanierung sowie die Pflege und Bewahrung der Skulpturen und Reliefs von Bernhard Hoetger flossen. Auch die Rettung vieler Bäume, statt anfangs geplanter 100 wurden schließlich „nur“ 40 Platanen gefällt, ist auf den beherzten Einsatz der Freunde der Mathildenhöhe zurückzuführen.
Höhepunkt des ersten Tages war zweifelsohne die feierliche Eröffnung der Jubiläumsausstellung „A Step Ahead“ durch Oberbürgermeister Hanno Benz sowie dem Hessischen Minister für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, Timon Gremmels, am frühen Abend. Die vom Institut Mathildenhöhe Darmstadt um Direktor und Kulturreferent Philipp Gutbrod kuratierte Ausstellung hat bis zum 31. Januar 2027 geöffnet und ist Teil des Jahresprogramms der Rhein-Main-Region als internationaler „World Design Capital“.
Bei einbrechender Dunkelheit wurde es zunehmend magisch auf dem schönen Musenhügel. Ganz in Orange erstrahlte die Mathildenhöhe vor dem dunklen Blau des Abendhimmels – wie vor 125 Jahren als man mit Illuminationen das Ausstellungsgelände komplett in farbiges Licht tauchte und bereits das Publikum von 1901 damit begeisterte. Um Mitternacht erklangen die Glocken der Russischen Kapelle zum Abschlussgeläut. Ein erhabener Schlussakkord am Ende eines langen Tages und einer langen Nacht.
Für die Freunde der Mathildenhöhe war dieses bereits die zweite Geburtstagsfeier, um die Jubilarin zu ehren: Denn pünktlich zum Geburtstag am 15. Mai hatte der Verein für seine Mitglieder und Freunde zu „Aufgetischt! Das originale Menü von 1901“ geladen, einem feierlichen und exklusiven Festmahl im Café Restaurant Mathildenhöhe.
